Sonntag, 11. März 2012

Basilius von Caesarea

Heute wollen wir uns mit Kapitel 6 der Predigt über die Demut des Basilius von Caesarea beschäftigen:
"Dies und Ähnliches wollen wir jedesmal gegen den Hochmut uns vorsingen und uns selbst erniedrigen, damit wir erhöht werden und den Herrn nachahmen, der aus dem Himmel zur tiefsten Erniedrigung herabstieg und dann umgekehrt aus der Niedrigkeit zur höchsten Höhe erhoben wurde. Wir finden, daß alles, was der Herr tat, zur Demut erzieht: Schon als Kind lag er in einer Höhle, nicht einmal in einem Bette, sondern in einer Krippe. Im Hause eines Zimmermanns und einer armen Mutter war er untertan der Mutter und ihrem Verlobten. Er lernte und hörte, was er nicht nötig hatte; er fragte, erregte aber zugleich durch die Weisheit der Frage Bewunderung. Er ordnete sich dem Johannes unter, und er, der Herr, empfing vom Knechte die Taufe. Er leistete keinem seiner Gegner Widerstand, machte keinen Gebrauch von der unaussprechlichen Macht, die er hatte, sondern gab ihnen nach, als wären sie mächtiger und ließ der weltlichen Macht ihre Gewalt. Er wurde als Verbrecher vor die Hohenpriester gestellt und zum Landpfleger geführt, unterzog sich dem Gerichte, und, obschon er die falschen Ankläger hätte widerlegen können, nahm er stillschweigend die falschen Anklagen hin. Angespien von Knechten und feilsten Buben, wurde er dann dem Tode übergeben, einem Tode, der unter Menschen als schmachvollster gilt. So traf ihn alles, was einem Menschen von der Geburt bis zum Tode treffen kann. Nach solcher Erniedrigung offenbarte er dann auch die Herrlichkeit und macht auch die Teilnehmer seiner Schmach zu Teilnehmern seiner Herrlichkeit. Die ersten von ihnen sind seine seligen Jünger, die arm und nackt durch die Welt zogen, nicht in der Weisheit der Rede, nicht mit großem Gefolge, allein, ohne bleibende Stätte, verlassen, bald zu Land, bald zu Wasser, gegeißelt, gesteinigt, verfolgt, zuletzt getötet. Dies sind für uns väterliche, göttliche Lehren. Diesen wollen wir nachleben, damit uns aus der Erniedrigung ewiger Ruhm, die vollkommene und wahre Gabe Christi erblühe!"

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