Donnerstag, 1. März 2012

Basilius von Caesarea über die Demut

Fahren wir heute fort mit dem zweiten und dem dritten Kapitel der Predigt des Basilius über die Demut:
"Doch auch das, was unter den sonstigen Gütern der Menschen das höchste und verläßlichste zu sein scheint, die Weisheit und Klugheit, auch das gibt Anlaß zu eitler Überhebung und verschafft keine wahre Größe; fehlt diesen Eigenschaften die Weisheit Gottes, dann gelten sie nichts. Es mißlang ja selbst dem Teufel sein listiger Anschlag auf den Menschen, und was er dem Menschen zugedacht hat, hatte er, ohne es zu merken, gegen sich selbst erwirkt. Denn er schadete nicht so sehr dem Menschen den er Gott zu entfremden und um das ewige Leben zu bringen hoffte, wie er sich selbst verraten hat, da er Gott abtrünnig und zum ewigen Tode verdammt wurde. Auch wurde er mit der Schlinge, die er dem Herrn legte, gefangen, gekreuzigt an dem Kreuze, an dem er (ihn) zu kreuzigen hoffte, und dem Tode überantwortet, den er dem Herrn zugedacht hatte. Wenn nun der Fürst der Welt, der erste und größte sichtbare Meister in weltlicher Weisheit in seinen eigenen Sophismen gefangen wird und zur größten Torheit sich verleiten läßt, wie viel mehr sind dann seine Schüler und Jünger, mögen sie tausend Spitzfindigkeiten ersinnen und sich für weise ausgeben, Toren geworden!"
"Daher wird kein Vernünftiger auf seine Weisheit stolz sein noch auf die anderen erwähnten Vorzüge sich etwas einbilden, sondern der herrlichen Ermahnung der seligen Anna und des Propheten Jeremias folgen: „Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, und der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums.” Worin besteht dann der wahre Ruhm, und wodurch ist der Mensch groß? „Wer sich rühmen will”, heißt es, „der rühme sich, daß er erkenne und wisse, daß ich der Herr bin.” Darin besteht die Hoheit des Menschen, darin sein Ruhm und seine Größe, daß er das Große wirklich erkennt, ihm anhängt und seine Ehre beim Herrn der Herrlichkeit sucht. Es sagt ja der Apostel: „Wer sich rühmt, der rühme sich im Herrn!” - wo er nämlich sagt: „Christus ist uns von Gott gegeben zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung, damit, wie geschrieben steht, wer sich rühmt, im Herrn sich rühme.” Dann aber rühmt sich jemand ganz und voll in Gott, wenn er sich nicht wegen seiner eigenen Gerechtigkeit erhebt, sondern erkennt, daß ihm die wahre Gerechtigkeit mangelt, und er allein durch den Glauben an Christus gerechtfertigt wird. Auch rühmt sich Paulus, er hätte seine eigene Gerechtigkeit verachtet und suche sie durch Christus, die Gerechtigkeit aus Gott durch den Glauben: daß er ihn erkennt und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem er ihm ähnlich wird im Tode, um zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. Da fällt alle Größe des Stolzes. So bleibt nichts mehr übrig, worauf du stolz sein könntest, o Mensch; dein Ruhm und deine Hoffnung liegt darin, daß du alles an dir ertötest und das künftige Leben in Christus suchst. Im Besitze der Erstlinge jenes Lebens, wandeln wir bereits in diesen Gütern, da wir ganz in der Gnade und Gabe Gottes leben. „Denn Gott ist es, der in uns sowohl das Wollen als auch das Vollbringen bewirkt nach seinem Wohlgefallen” Auch ist es Gott, der seine Weisheit, die er zu unserer Herrlichkeit bestimmt hat, durch seinen Geist offenbart. Und Gott gibt seine Kraft zu den Arbeiten. „Ich habe mehr als alle gearbeitet”, sagt Paulus, „doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes in mir.” Gott erlöst aus den Gefahren gegen alle menschliche Erwartung. „Wir hatten”, sagt Paulus, „uns selbst das Todesurteil gesprochen, damit wir nicht auf uns selbst vertrauen, sondern auf Gott, der die Toten erweckt, der uns aus so großer Todesnot errettete und rettet, auf den wir die Hoffnung setzen, daß er uns auch ferner retten wird."

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