Samstag, 18. Februar 2012

Was man alles so Gottesdienst nennen kann

Das Forum deutscher Katholiken hat zur Unterstützung des Augsburger Bischofs Zsarsa aufgerufen. Der Bischof schreitet momentan gegen die wuchernden Wortgottesdienstpraktiken an Sonntagen ein. Im Rahmen des "Priestermangels" werden an vielen Orten anstatt Messen nur noch Wortgottesdienste am Sonntag angeboten, um die Kirche im Dorf zu halten. Gegen diese "Protestantisierung" der Messe, denn nichts anderes macht man in den meisten protestantischen Kirchen ja auch, geht der Bischof nun dankbarer Weise vor. Damit zieht er sich verständlicherweise den Unmut all jener zu, die lieber auf das Allerheiligste Altarksakrament verzichten als 5 km jeden Sonntag mit dem Auto zu fahren. Denn das ist ja nicht zumutbar, nachdem man schon die ganze Woche 25 km den Schnäppchen hinterhergejagt ist.

Ich kann das beurteilen. Ich fahre auch jeden Sonntag eine halbe Stunde - hin und zurück - bis ich an meiner Kirche bin. Allerdings gebe ich auch zu, dass ich es gerne tue und ich auch bei Bedarf länger fahren würde. Aber das ist natürlich nur die Meinung eines jungen Ministranten und nicht eines altvertrauten Dorfgemeinderats.

Aber egal. Auf jeden Fall haben sich diese Menschen überlegt, dass sie keinen Priester brauchen, sondern das die Lektorin das doch auch alles selber machen kann. Dann gibts halt keine richtige Messe, sondern nur einen Gottesdienst allein mit Gotteswort. Reicht doch, merkt eh keiner. Ohne Keks geht's ja auch. So toll schmeckt der ohnehin nicht.

Aber ich will hier nicht gegen jene stänkern, die sich bemühen, einen zumindest halbwegs gültigen Gottesdienst auf die Beine zu stellen. Denn von ganz anderen Zuständen hat mir neulich eine Kommilitonin erzählt. In Österreich gibt es wohl Pfarrer, die es für eine entspannte Idee halten, einfach mal eine patente Frau aus der Gemeinde ihren Job machen zu lassen. Inklusive Wandlung. Geht doch auch, passiert doch das gleiche. Nämlich nichts. Meine Bekannte hielt das für eine tolle Idee um das Messproblem zu lösen und die Frau aufzuwerten. Ich konnte sie dann doch glücklicherweise davon überzeugen, davon Abstand zu nehmen, es auch mal zu machen. Unabhängig davon, was man davon alles sonst halten kann, ist das nämlich Vorspiegelung falscher Tatsachen. Man tut so, als würde man eine Messe feiern und als würde man das Gedächtnis von Leiden, Tod und Auferstehung begehen und als würde man tun, was Christus getan hat. Faktisch tut man es aber nicht. Sieht nur gleich aus. Ist aber nicht das gleiche. Da können sie noch so einen auf Emanzipation machen. Das ist halt nicht nur unerlaubt, sondern auch ungültig. Und wenn sie das anders sehen, dann können sie das ruhig machen. Aber dann sollen sie zu den Protestanen gehen. Dann ist das ja ... na ja, nicht toll, aber zumindest in Ordnung. Aber wenn ich sage, ich feiere in der katholischen Kirche eine Messe, dann kann ich es eben nur so machen, wie die Kirche es tut. Und die ist ja wohl klar genug gewesen was Frauen am Altar angeht.

Zuletzt noch ein versöhnliches Wort gegenüber allen kleinen Wohlmeindenden. Es geht noch viel schlimmer. So steht meine liebe Kommilitonen zwar auf Frauen am Altar, aber mit diesen spinnerten Donautistinnen will sie nun wirklich nichts zu tun haben. Die weist sie doch von sich.

Es bleibt also wie immer: Es geht immer noch schlimmer.

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