Sonntag, 26. Februar 2012

Kurzgedanken zu Mk 1,12f

"Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. "
Hierüber lehrt der Hl. Johannes Chrysostomos:
"Alles, was Christus tut und erträgt, geschieht zu unserer Belehrung. Nach der Taufe beginnt er, in der Wüste zu wohnen und gegen den Teufel zu kämpfen. So soll jeder Getaufte die größeren Versuchungen nach der Taufe geduldig ertragen und sich nicht verwirren lassen, als ob etwas wider Erwarten geschehen würde; er soll alles ertragen und so Sieger bleiben. Wenn Gott viele verschiedenartige Versuchungen zuläßt, dann deshalb, damit du erkennst, daß der Mensch, der versucht worden ist, in größerer Ehre steht. Denn der Teufel naht sich nur, wenn er jemanden in höherer Ehre stehen sieht. Darum heißt es: Und sogleich trieb ihn der Geist in die Wüste."
Der Hl. Chrysostomos weist uns hier auf ein wesentliches Phänomen des Fasten und besonders der vorösterlichen Fastenzeit hin: Der Gang Jesu in die Wüste greift unserem Gang in die Wüste voraus. Dieser Gang leitet eine Kampfzeit ein. Der Christ, der sich jetzt besonders bemühen will, sich Gott zu nahen, ist daher auch einer größeren Versuchung durch den Teufel ausgesetzt. Denn je wichtiger die Schlacht und desto größer der Sieg, desto mehr Kraft und List wird der böse Feind aufwenden, um uns doch noch niederzuringen. Deswegen wird, wenn wir unsere Bemühungen verstärken Christus durch Beten und Fasten ähnlicher zu werden, auch der Teufel seine Bemühungen vergrößern, uns zu verführen.

Um diese Gefahr der Gläubigen wissend spendet die Hl. Kirche in mütterlicher Fürsorge zum Beginn der Fastenzeit das Sakramentale des Aschekreuzes. Hierdurch werden wir zum einen durch das Kreuz als Eigentum Christi gekennzeichnet und im Bewusstsein gestärkt, ihm anzugehören. Zum anderen werden wir daran erinnert, wie vergänglich wir sind, um uns die rechte Demut zu lehren. Denn keine Waffe des Teufels ist mehr dazu geeignet, uns vom Pfade Christi zu trennen als der Hochmut.

Behalten wir daher das Aschekreuz während unserer Ganges durch die Wüste in Erinnerung. Dann werden wir die Angebote des Teufels zurückweisen, weil wir erkennen, dass sie nicht zu uns passen. Zugleich werden wird den Hochmut, den der böse Feind uns eingibt, verachten, indem wir uns selbst verleugnen und uns erinnern: Bedenke o Mensch: Staub bist du und kehrst zurück zum Staube.

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