Montag, 6. Februar 2012

Kurzgedanken zu Markus 1,38

"Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen."
Vor kurzem unterhielt ich mich mit einer Bekannten, die ziemlich schwer gebeutelt ist in ihrem Leben. Und sie fragte mich, warum Gott das alles zulasse. Warum er vor allem ihre Krankheit zulasse und ihre Gebrechen?

Auf so eine Frage kann man schwer eine Antwort geben. Aber sie zeigt uns ein wesentliches Problem der Beziehung der meisten Menschen zu Gott. Sie zürnen Gott oder sie jammern wenigstens weil es ihnen hier schlecht geht. Das ist natürlich dramatisch genug. Aber das ist nicht das schlimmste. Das schlimmste ist, wenn es ihnen später, nach ihrem Tod schlecht geht. Wenn sie von den Sorgen ihres Lebens so gefangen sind, dass ihnen der Himmel egal wird. Hauptsache jetzt soll es mir besser gehen, denken sich dann viele.

Einer solchen Einstellung tritt Jesus in dieser Bibelstelle entgegen. Jesus setzt hier klar seine Priorität. Er sagt nicht: Lasst uns gehen, damit ich auch in den anderen Dörfern heile. Sondern damit ich auch in den anderen Dörfern predige. Die Predigt, die Verkündigung des Reiches Gottes und die Rettung der Seelen ist also die Priorität Jesu, ist die Priorität Gottes. Denn das Heil des Menschen bedarf noch dringender der Hilfe Gottes als unsere irdischen Körper. Denn nichts ist bedrohter und nichts wertvoller als das Seelenheil eines Menschen. Darum hat sich Jesus auch am meisten gesorgt. Darum hat er sich am meisten gekümmert. Und darum kümmert er sich bis heute am meisten.

Kommentare :

  1. Es gibt katholische Katechismen, die Antwort auf den Sinn des Leidens geben:
    http://hl-herz-jesu.blogspot.com/2012/02/warum-es-leiden-gibt.html

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  2. Vielen Dank Konstantin für diese Ergänzung.
    Wie du es in deinen Beiträgen auch treffend ausgeführt hast, bezieht sich "schwer" weniger darauf, dass es hierauf keine Antwort geben würde, sondern darauf, dass es kein Bewusstsein mehr gibt, das diese Antwort akzeptieren würde.

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