Mittwoch, 29. Februar 2012

Basilius der Große über die Demut

Die 12. Predigt des Basilius von Caesarea hat er über die Demut gehalten. Aus ihr sollen im folgenden einige Teile genannt werden. Wir beginnen, sinnvollerweise, mit dem 1. Kapitel:
"Das größte Glück für ihn, die Heilung von seiner Krankheit und die Rückkehr zum ursprünglichen Zustand, liegt in der Demut begründet und darin, daß er sich nicht irgendeine Ruhmesherrlichkeit aus eigenem Vermögen träumen läßt, sondern solche von Gott erbittet. So wird er den Fehler wieder gutmachen, so die Krankheit heilen, so zum hl. Gebote, das er verlassen, zurückkehren. ...
Allein der Teufel, der den Menschen durch die Hoffnung auf falschen Ruhm gestürzt hat, ruht nicht, ihn mit denselben Lockungen zu reizen und zu diesem Zwecke tausend Ränke zu ersinnen. Als etwas Großes hält er ihm den Besitz von Reichtum vor, damit er darauf stolz werde und darum sich bemühe. Freilich dient das nicht zur Ehre, bringt nur große Gefahr. Er- werb von Schätzen ist Gegenstand der Habsucht; doch ihr Besitz trägt keineswegs zum guten Namen bei, führt vielmehr zu törichter Verblendung, eitler Selbstüberhebung und verursacht in der Seele eine Krankheit, die einer Entzündung ähnlich ist. Denn die Geschwulst der entzündeten Körperteile ist nicht gesund noch nützlich, sondern eine Krankheitserscheinung, schädlich, der Anfang einer Gefahr und Ursache des Endes. Etwas Ähnliches ist es um den Hochmut der Seele. ...
Nicht bloß auf Reichtum ist man stolz, nicht bloß mit prunkender Lebensart und Kleidung, die der Reichtum erlaubt, prahlen die Menschen - sie leisten sich nämlich unnötig kostspielige, luxuriöse Mahlzeiten, machen unnötigen Kleideraufwand, bauen mächtige Häuser und schmücken sie herrlich aus, halten viele Diener und schleppen Scharen zahlloser Schmeichler nach sich -, sondern sie fühlen sie auch ungemein wegen der Würden, zu denen sie berufen worden. Wenn das Volk ihnen ein Amt verleiht oder sie mit einem Vorsitze beehrt oder für sie eine ganz besondere Auszeichnung beschließt, dann glauben sie dadurch über die menschliche Natur hinauszuragen, fast auf den Wolken zu thronen, halten ihre Untergebenen für eine Art Fußschemel, erheben sich gegen die, welche ihnen die Würde gegeben haben und lassen die ihren Übermut fühlen, denen sie ihren Scheinglanz danken. Freilich ist das ein höchst törichtes Handeln; denn ihre Ehre ist nichtiger als ein Traum, und der Glanz, der sie umgibt, ist eitler als nächtliche Erscheinungen, da er ja mit einem Winke des Volkes da ist und auf einen Wink hin verschwindet. ...
Übermütig macht den Menschen ferner die Stärke seiner Hände, die Schnelligkeit der Füße, des Körpers Schönheit, lauter Dinge, die von Krankheiten verzehrt und vom Zahn der Zeit zerstört werden, und er merkt nicht, daß „alles Fleisch Gras ist und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume"

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