Sonntag, 19. Februar 2012

Ach, du fängst die Welt noch immer

1846 weilte der damals 28 Jährige Jacob Burckhardt in Rom, um am Himmelfahrtstag dem Segen des alten Papstes Gregors XVI. beizuwohnen. Er schrieb hierüber folgende Zeilen:
"- Da donnert schon
Das Geschütz (hier gibt's nicht viele)
Und es füllt sich der Balkon
Noch ein Schuß! da schiebt sich langsam
Weit hervor der goldne Thron,
Angeweht von Pfauenwedeln,
Und drauf sitzt Sankt Petri Sohn
Alles kniet, die Glocken bimmeln;
Aufrecht steht der alte Herr,
Breitet aus die morschen Arme -
Ach, du fängst die Welt nicht mehr!"
Ein Wort, das auch in unsere Tage passt, hat in den 1870er Jahren das Deutsche Volksblatt geschrieben:
„Von der Hierarchie der Gegenwart hat die Geschichte, diese erhabene Theodizee des Allmächtigen, in selten dagewesener Weise sich abgewandt“
Ich erinnere mich auch an ein Wort - leider finde ich es nicht mehr - eines kommunistischen Historikers:
Der meinte, im 19. Jh. habe es drei Gegner des Kommunismus gegeben: Die russischen Bajonette als Stütze der königlichen Macht, die britische Royal Navy als Stütze des globalen Handels und die katholische Kirche als Stütze der christlichen Religion. Von diesen drei sei nur noch die katholische Kirche übrig geblieben.

In diesem Sinne sehe ich mit einer gewissen Ruhe auf die Untergangsszenarien, die moderne Geister auch heute über die Kirche sprechen. So sage ich, mal an ein Bild Benedikt XVI. denkend:
"Breitet aus die alten Arme -
Ach, du fängst die Welt noch immer!"

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