Montag, 16. Januar 2012

Papst lässt Kirchengegner niederknüppeln!

Ich habe es ja immer gewusst!
Nicht nur, dass sich der Papst legitimen Forderungen nach einer armen und entweltlichten Kirche konsequent widersetzt und an seinen überkommenden Strukturen und Fleischtöpfen festhält, er geht auch noch mit Gewalt gegen alle vor, die es wagen, ihn freundschaftlich darauf hinzuweisen, das Christus etwas anderes gelehrt hat.
So geschehen in Rom, wo ein Grüppchen heiligmäßiger Frauen und Männer, auf eine demokratische und freiheitliche Einstellung des Mannes in Weiss, vulgo der Antichrist, hoffend, sich auf dem Petersplatz versammelten, um hier ein Zeichen gegen kirchliche Missstände zu geben. Doch schon kurz darauf ließ der Papst seine Sbirren anrücken - gerüchtehalber soll er selbst zum Telefon gegriffen haben - die die Demonstranten mit blankgezogenem Säbel vom Platz trieben. Das es dabei keine Toten gegeben hat, ist nur der Tatsache zu verdanken, dass die Demonstranten der Gewalt schnell genug gewichen sind, wie uns Frau Prof. Küsselbecker berichtet, die das ganze vom nahen Klein-Kleckersdorf-Ost beobachtet hat.

Nun ist aber die Allianz des Papstes mit dem italienischen Staat nichts neues. Bekanntermaßen ist die staatliche Gewalt in Italien seit der Zeit Konstantins der willfährige Schwertarm des römischen Oberhirten. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich daran nie etwas geändert hat. Die papistische Mähr vom "Raub Roms", dem Untergang des Kirchenstaates und der weltlichen Macht des Papstes haben freiheitliche Denker schon zu Beginn durchschaut. Ein treffliches Beispiel hierfür bietet eine Demonstration aus dem Jahr 1873. Die Frankfurter Zeitung, eine Kennerin der italienischen Verhältnisse und der Abgründe der Dienerschaft des Staates gegen die Kirche, schreibt hierzu:
In der ersten Maihälfte, genauer am 11. Mai, war es aufgrund der Klostergesetzdebatte zu blutigen Ausschreitungen in Rom gekommen. Friedliche Demonstranten versammelten sich trotz eines als illegitim bezeichneten Versammlungsverbotes und zogen unbewaffnet zum Quirinal, der von Polizei und Militär gedeckt wurde. Als die Truppen die an sich rechtmäßige Demonstration auflösen suchten kam es zur Anwendung  von Waffengewalt gegen eine waffenlose Menge, wodurch die italienische Regierung „auf den Stufen des Quirinals … das Blut römischer Bürger vergossen hat“
Zwar gibt es auch andere Stimmen. Und aus der Faireniss halber wollen wir diesen auch Raum geben. Als Beispiel ziehen wir das Limburger Provinzblatt, den Nassauer Boten, heran, der zwar auf die Genfer Korrespondenz rekurriert, der aber das hohe Niveau an Neutralität und Genauigkeit der Frankfurter Zeitung nicht erreicht, ebensowenig wie übrigens alle anderen katholischen Zeitungen:  
Für den Nassauer Boten ist also diese friedliche Demonstration eine Revolte gewesen. Trotz polizeilichen Verbotes kam es um ein Komitee aus verschiedenen Politikern, besonders der fortschrittlichen Partei, zu einer Demonstration gegen die religiösen Körperschaften. Nachdem der ursprüngliche Demonstrationsort von der Polizei gesichert wurde, zog der Pöbel unter Drohungen ab um sich neu zu formieren und gegen den Quirinal zu ziehen. Doch dorthin stellten sich ihnen die Carabineri in den Weg, sodass sie sich einen anderen Weg suchen mussten, wobei es zu einem Schusswechseln zwischen den Parteien kam, der jedoch von den Demonstranten ausgelöst wurde. Bei mehreren weiteren Versuchen die Polizeiketten zu umgehen, kam es zu schwereren Zusammenstößen, bei denen es nicht nur zu Verletzten, sondern gerüchteweise auch zu Toten gekommen sein sollte. Danach zerstreute sich die Demonstration und es kam nur noch vereinzelt zu Zusammenstößen, meistens als die Demonstranten Priestern und Ordensleuten begegneten und sie angriffen.
Wir werden an dieser Stelle darauf verzichten, diese schwarzmalerischen Artikel - des Boten - zu kommentieren. Es ist aber klar, wem der geneigte Leser eher glauben schenken wird. Unbezweifelbar aber hat sich in Rom in 140 Jahren nichts geändert. Noch immer regiert der römische Pontifex vom Vatikan aus die Stadt und befielt den Organen des Staates.

Quellen:
Frankfurter Zeitung, 17. Mai 1873
Nassauer Bote, 22. Mai 1873

1 Kommentar :

  1. Würde weniger sagen, dass es sich hier um weltliche Macht des Papstes handelt, als vielmehr um die grundlegenste Schutzfunktion, die jeder Staat seinen Bürgern und Körperschaften gegenüber zu garantieren hat!

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