Montag, 9. Januar 2012

Neue Nordkirche

Die christlichen Kirchen in Deutschland schrumpfen.
Das ist jetzt kein Geheimnis. Doch wenn man die Presse verfolgt, dann könnte man meinen, das beträfe nur die rückständige katholische Kirche. Immerhin wird allenthalben verkündet, die Kirche sei unmodern und deswegen laufen ihr die Gläubigen weg, die ja überwiegend progressiv wären. Der logische Schluss wäre, dass die protestantischen "Kirchen" wachsen müssten, denn sie sind genau das: progressiv, modern, der Welt zugewandt.

Doch was muss ich heute lesen: Drei evangelische Kirchen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, vereinigen sich zur neuen Nordkirche. Nicht etwa, um ihre Mission besser zu koordinieren und ihre zahlreichen neuen Gläubigen eine noch bessere Seelsorge zu bieten. Sondern um die paar, die noch drinne sind, besser verwalten zu können.
Da fragt man sich doch, wieso eigentlich: Sind etwa die Nordkirchen die konservativsten aller deutschen Protestanten, Katholiken nur ohne Papst?
Auch nicht. Sie folgen damit nur einem allgemeinem Trend. In Thüringen und Sachsen, immerhin Luthers Heimat, hat man sich längst vereinigt. Gut, das ist auch alles ehemaliger real-existierender Sozialismus da drüben, da sehen Kirchen eh kein Land mehr. Aber trotzdem.

Wenn ich jetzt kein glühender - Reformmemorandum in Weihrauchfass legend - Reformfreund wäre, könnte ich fast meinen, dass eine Protestantisierung der Kirche uns doch nicht retten könnte. Aber vielleicht sehe ich das auch aus der falschen Perspektive. Die protestantische Kirche bricht nicht zusammen, die bricht nur alte Strukturen auf um die maximale Freiheit der Christen zu ermöglichen. Denn heutzutage braucht der Christ ja weder in die Kirche zun gehen noch an Christus oder an Gott zu glauben. Er muss einfach nur mainstream-konform sein. Oder predigen die in der Nordkirche was anderes?

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