Dienstag, 24. Januar 2012

Die Kreationisten sind los

Forscher haben bei einer Studie in Südkorea unter Lehramtsstudenten folgende Beobachtungen gemacht;
1. Menschen lassen sich bei der Übernahme von Vorstellungen von ihrem Bauchgefühl wesentlich mitbestimmen.
2. Viele Studenten nehmen lieber einen Schöpfer aller Arten an als an die Evolutionstheorie.

Das erste finde ich nun wirklich eine bahnbrechende Erkenntnis. Ich dachte immer, wir Menschen würden uns nach guten Argumenten richten und jetzt muss ich erfahren, dass die Leute durch ihr Bauchgefühl gesteuert werden. Also wirklich. Sowas können auch nur Forscher. Also Geld für diese Erkenntnis ausgeben. Das sollte doch nun echt jedem klar sein. Anders lässt es sich doch gar nichrt erklären, dass es Menschen gibt, die nicht katholisch sind. Immerhin haben wir immer die besseren Argumente.

Aber ich schweife ab. Kommen wir zum zweiten Punkt. Ich habe mich bei dem Artikel gefragt, ob hier von der Evolutionstheorie gesprochen wird oder von der Evolutionslehre. An die Evolutionslehre glauben tue ich auch nicht. Die Evolutionstheorie nehme ich aber schon ernst. Immerhin erklärt diese Theorie im Grunde nur die feststellbaren Mechanismen, wie sich Leben aus Leben entwickelt. Weder erklärt sie wie Leben entstanden ist, noch ob die festgestellten die einzigen Wirkkräfte sind. Wenn ich natürlich diese Theorie zum Glauben erhebe und sage, was anderes gibt es nicht als was wir hier feststellen, dann bin ich auch lieber Kreatonist. Da ist das Modell wenigstens nicht so löchrig.

Aber das Problem kenne ich. Erst neulich habe ich mich mit einem Kommilitonen unterhalten, der herausposaunte, die Evolutionslehre sei nicht mit der Bibel vereinbar. Stimmte ja auch. Die Lehre ist  es auch nicht. Die Theorie schon. Denn weder steht in der Bibel, dass die heute vorliegenden Arten von Gott geschaffen wurden sondern lediglich, dass die Tiere von Gott geschaffen wurden und wie genau auch nicht. Ebensowenig wird behauptet, es sei in unseren sieben Tagen passiert. Sondern das es aus der göttlichen Perspektive sieben Tage waren, wobei ja für Gott ein Tag sein können wie tausend Jahre - oder bei Bedarf mehr.

Kurz und gut: Die Evolutionstheorie ist eine wissenschaftlichen Thesen, die versuchen, die Mechanismen der Entwicklung der Arten zu erklären. Das sie dabei nicht über Gott spricht, ist klar, denn dessen Wirken können wir nicht in der Natur nachweisen. Wissenschaftler arbeiten halt nur mit dem, was ihnen greifbar zu Verfügung steht. Entsprechend unvollkommen ist sind ihre Erklärungen. Wenn diese dann aber einen Vollkommenheitsanspruch erheben, ist ihnen natürlich zu widersprechen, denn damit versündigen sie sich an ihrem eigenen Fach. Neben der Evolutionstheorie ist aber für Gott noch genug Platz. Oder besser andersrum: Neben Gott ist genug Platz für die Evolutionstheorie.

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