Mittwoch, 4. Januar 2012

Die 12 Stufen der Demut - Prolog I

Endlich ist es soweit.
Schon zu Beginn dieses Blogs wollte ich mich den 12 Stufen er Demut in der Benediktsregel widmen. Aber ich kam irgendwie nie dazu. Nun jedoch will ich den Anfang machen und mit dem Prolog beginnen:
"Laut ruft uns, Brüder, die Heilige Schrift zu: "Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden." Mit diesen Worten zeigt sie uns also, daß jede Selbsterhöhung aus dem Stolz hervorgeht. Davor hütet sich der Prophet und sagt: "Herr, mein Herz ist nicht überheblich, und meine Augen schauen nicht hochmütig; ich ergehe mich nicht in Dingen, die für mich zu hoch und zu wunderbar sind."
Eine wichtige Dimension des Prologs erschließt uns Origines, wenn er über Mt 23,12 schreibt, mit dem Benedikt hier beginnt: "Wenn jemand dem Wort Gottes dient, im Wissen, daß Christus in ihm die Fruchtbarkeit wirkt, dann bekennt er sich nicht als Meister, sondern als Diener - hat doch auch Christus selbst, der einzig wahre Lehrmeister, sich als Diener bekannt" Die Demut ist hier also nicht nur eine reine Tugendübung in dem Sinne, das ich um eines besseren Lebens willen etwas tue oder unterlasse, wie ich z.B. weniger Fleisch essen würde. Die Demut ist viel mehr eine Haltung, die wahr ist, weil sie den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Wer demütig ist, erkennt die wahren Verhältnisse im Menschen: Der Mensch vermag nichts ohne die Hilfe Gottes, die dieser ihm freiwillig schenkt. Der Mensch kann von daher eigentlich gar nicht hochmütig sein, weil ja nichts von dem Guten, was er wirkt, auf ihm beruht, sondern Frucht des Wirkens Christi ist. Ein Benediktinermönch hat einmal zu mir gesagt: Wir können uns auf unsere Fähigkeiten nichts einbilden, wir haben sie uns ja nicht verdient, sondern sie wurden uns geschenkt. Daraus resultiert, das jede Form des Stolzes, der zur Selbsterhöhung führt, einem Leugnen der Wahrheit gleichkommt, das Wirken Christi abstreitet und damit die Sünde des Hochmutes entsteht.

Nun verhält es sich aber so, dass der von der Sünde betroffene Mensch normalerweise hochmütig ist. Wir bilden uns auf unsere Leistungen etwas ein. Nicht nur im beruflichen Leben, sondern auch in unserem Geistlichen. Wie gerne erhebe ich mich stolz, wenn ich mal an einem Tag weniger gesündigt habe. Wir überheben damit unsere eigenen Fähigkeiten und beginnen, auf sie zu vertrauen. Damit aber beschreiten wir den sicheren Pfad zur Hölle, indem wir uns geben, was Gottes ist. Beachten wir aber, dass alles gute an uns von Gott stammt, dann werden wir unserer Armseligkeit einsichtig und dafür frei, nicht mehr auf uns zu bauen, sondern auf den Fels Gottes. Dann können wir mit dem Propheten sagen: "ergehe mich nicht in Dingen, die für mich zu hoch und zu wunderbar sind."

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