Samstag, 10. Dezember 2011

Welchem Zweck dient das Fasten?

Der Hl. Thomas von Aquin antwortet:
"Erstens der Unterdrückung der Begierden des Fleisches.
Zweites dient das Fasten dazu, daß der Geist sich freier zur Betrachtung hoher Dinge erhebt.
Drittes dient das Fasten dazu, für die Sünden genugzutun."
Damit hat der Aquinate die wesentlichsten Punkte benannt, warum wir uns im Fasten üben sollten und auch die drei Gründe, warum wir es im Advent tun sollten:

1. Unsere Zeit ist, wie eine Freundin einmal meinte, "konsumistisch". Im Verbrauch, im Genuss sehen die Menschen heute ihren primären Lebenssinn. Und die Adventszeit ist zum Symbol dieser Lebenseinstellung geworden, in der die Gier des modernen Menschen nach Genuss gerinnt. Jeder, der mal über einen Weihnachtsmarkt gegangen ist, wird mir hierin zustimmen. In dieser Zeit des Genusses, der grundsätzlich nicht nur den Konsum von Nahrung oder Gegenständen, sondern auch den von Menschen einschließt, setzt der Christ mit dem Fasten ein Zeichen und bricht aus dem Zeitgeist aus. Indem er alle Begierden des Körperlichen zurücknimmt, unterwirft er sich einer heilsamen Übung, einer Askese.

2. Dieser Aspekt verweist uns auf das nahe Kommen des Erlösers der Welt. Das Wunder will betrachtet werden. Ja, ich würde sogar sagen, es muss intensiv wahrgenommen, erspürt und bedacht werden, damit es seine volle Wirkung für uns heute entfalten kann. Denn die Sitzungen in der Kirche reichen hierfür nicht. Jeder einzelne muss dem Geheimnis selber hinterherspüren. Hierfür aber braucht er Zeit, Freiraum und vermehrtes Gebet. All diese Gelegenheiten bietet das Fasten, das jetzt, vor Weihnachten, umgesetzt werden sollte. Denn nach dem Heiligen Abend, da wollen wir ehrlich sein, haben wir doch erst recht keine Zeit mehr dazu.

3. Thomas weist uns hier darauf hin, dass Christ sein mehr ist, als bloß irgendwie an Gott zu glauben. Es bedeutet, Christus nachzufolgen. Zu dieser Nachfolge gehört es aber auch, sich den Sünden zu stellen. Vor allem den eigenen. Und wenngleich Christus die Todesstrafe, die Verdammnis unserer Seelen, von uns genommen hat, soweit wir denn zu ihm gehören, sind wir nicht aus der Verantwortung genommen, sondern bleiben verantwortlich. Das heisst, das wir für die begangenen Sünden Buße tun sollen. Gerade die Adventszeit bietet sich hierfür an, denn sie liegt zwischem dem Beginn des neuen Kirchenjahres und der Geburt Christi. In dieser christlichen "Zeit zwischen den Jahren" bietet es sich geradezu an, für die im letzten Jahr begangegen Sünden auf zahlreiche Weise Buße zu leisten, unter anderem auch durch Fasten.

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