Mittwoch, 28. Dezember 2011

Die seelige Anschauung Gottes und die Bibel

Neulich unterhielt ich mich mit einem befreundeten Christen über die Frage, ob man gewisse katholische Lehren wie das Fegefeuer bzw. den Eingang der Heiligen in die seelige Anschauung Gottes vor dem Jüngsten Gericht denn aus der Bibel nachweisen könnte. Ich fand das eine ganz interessante Frage, wenngleich ich die Grundprämisse des Gegenübers, das irgendetwas explizit in der Bibel stehen muss, damit es geglaubt werden darf, natürlich nicht teile. Dessen ungeachtet gibt es durchaus Stellen, die uns darauf hinweisen, das der Glaube an einen Reinigungsort und an die Heiligen zum authentischen Glaubensgut gehörte, das bereits von Christus durch die Apostel auf uns gekommen ist. Da ich zu diesem Thema bisher wenig im Internet gefunden habe, so sollen an dieser Stelle einige Bibelstellen zum Thema aufgeführt werden.

Mit der Frage das Thema eines persönlichen Gerichtes verbunden, weshalb wir an dieser Stelle die Fragestellung aufsplitten werden:
1. gibt es ein persönliches Gericht noch vor der Wiederkunft Christi?
2. können Personen im Rahmen dieses Gerichtes in den Himmel bzw. in das Purgatorium gelangen?

Beginnen wir mit Frage 1:

Weis 1,7f: Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis und er, der alles zusammenhält, kennt jeden Laut. Darum bleibt keiner verborgen, der Böses redet, das Strafurteil geht nicht an ihm vorüber.

Lk 16,22-26: Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden.

Apg 1,25: Denn Judas hat es verlassen und ist an den Ort gegangen, der ihm bestimmt war.

Röm 14,9-12: Wie kannst also du deinen Bruder richten? Und du, wie kannst du deinen Bruder verachten? Wir werden doch alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen. Denn es heißt in der Schrift: So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen und jede Zunge wird Gott preisen. Also wird jeder von uns vor Gott Rechenschaft über sich selbst ablegen.

2 Kor 5,10: Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat.

Kommen wir nun zur Frage 2:

Ps 49,16: Doch Gott wird mich loskaufen aus dem Reich des Todes, ja, er nimmt mich auf.

Weis 3,1: Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand und keine Qual kann sie berühren.

Weis 4,7: Der Gerechte aber, kommt auch sein Ende früh, geht in Gottes Ruhe ein.

Weis 5,15f: Die Gerechten aber leben in Ewigkeit, der Herr belohnt sie, der Höchste sorgt für sie.
Darum werden sie aus der Hand des Herrn das Reich der Herrlichkeit empfangen und die Krone der Schönheit.

2. Makkabäer 12,44f: „Hätte er [Judas] … nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es nämlich überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten. Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden.“

Mt 5,12: Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Mt 19,29: Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.

Mt 25,36: Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Joh 5,24: Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.

Joh 10,28: Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen.

Röm 2,6ff: Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen: denen, die beharrlich Gutes tun und Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, gibt er ewiges Leben, denen aber, die selbstsüchtig nicht der Wahrheit, sondern der Ungerechtigkeit gehorchen, widerfährt Zorn und Grimm.

1. Kor 13,12: Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.

2. Kor 5,1: Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.

2. Kor 12,2ff: Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde; ich weiß allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, nur Gott weiß es. Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde; ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, weiß ich nicht, nur Gott weiß es. Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.

1 Kor 3,10-15: Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus. Ob aber jemand auf dem Grund mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, mit Holz, Heu oder Stroh weiterbaut: das Werk eines jeden wird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.

Mt 5,25f: Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

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