Montag, 26. Dezember 2011

Der Hl. Papst Leo der Große über die Geburt Jesu Christi
"Da also, Geliebteste, die göttliche Güte aus offensichtlicher Barmherzigkeit so reichen Segen über uns ausgegossen hat, denen für ihre Berufung zum ewigen Leben nicht allein die erbaulichen Beispiele derer, die vor uns waren, zustatten kamen, sondern auch die Wahrheit selbst sichtbar und leibhaftig erschienen ist, so darf unsere Freude, womit wir den Geburtstag des Herrn feiern, weder lässig noch fleischlich sein. Von einem jeden wird dieses Fest in würdiger und gewissenhafter Weise begangen werden, wenn er sich vergegenwärtigt, welchen Leibes Glied er ist, zu welchem Haupte er gehört, damit er nicht als ein für den heiligen Bau ungeeigneter Stein ausgeschieden wird. Beachtet es, Geliebteste, und richtet gemäß der Erleuchtung des Heiligen Geistes verständigen Sinnes euere Aufmerksamkeit darauf, wer jener ist, der uns in sich aufnahm, und wer jener ist, den wir in uns aufgenommen haben! Wie der Herr Jesus durch seine Geburt unser Fleisch geworden, so wurden auch wir durch die Wiedergeburt sein Leib. Darum sind wir auch "Glieder Christi" und ein "Tempel des Heiligen Geistes". Aus diesem Grunde sagt auch der selige Apostel: "Verherrlichet und traget Gott in euerem Leibe!". Er, der uns das Vorbild seiner Milde und Demut ans Herz legt, erfüllt uns auch mit derselben Kraft, durch die er uns erlöste. So verspricht der Herr selbst: "Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken! Nehmet mein Joch auf euch und lernet von mir: denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen, und ihr werdet Ruhe finden für euere Seelen!"Laßt und also das weder schwere noch harte Joch der uns leitenden Wahrheit auf uns nehmen! Laßt uns der Demut dessen ähnlich sein, dessen Herrlichkeit wir teilen wollen! Gerade der aber möge uns beistehen und uns seine Verheißungen erreichen lassen, der nach seiner großen Barmherzigkeit dazu imstande ist, unsere Sünden zu tilgen und seine Gaben in uns zur Vollendung zu bringen: Jesus Christus, unser Herr, der lebt und waltet in Ewigkeit! Amen." 
"Um also diese Fessel der Sünde und des Todes zu lösen, nahm der allmächtige Sohn Gottes, der alles erfüllt und alles in sich schließt, der in allem dem Vater ebenbürtig ist und in ein und derselben Wesenheit aus ihm und mit ihm gleich ewig ist, die menschliche Natur in sich auf. Es würdigte sich der Schöpfer und Herr aller Dinge, einer der Sterblichen zu werden, indem er sich jene zur Mutter erkor, die er erschaffen hatte. Diese sollte unter Wahrung ihrer jungfräulichen Keuschheit nur die Geberin seines Leibes sein, auf daß die Befleckung durch menschlichen Samen wegfiele und so der neue Mensch rein und wahr zugleich wäre. So ist also diese Natur in Christus, der aus dem Schoße einer Jungfrau geboren wurde, nicht etwa deshalb von uns verschieden, weil seine Geburt ein Wunder ist. Ist ja doch derjenige, der wahrer Gott ist, zugleich auch wahrer Mensch; findet sich doch in beiden Naturen nicht das geringste Falsche . "Das Wort ist Fleisch geworden", indem das Fleisch geehrt, nicht aber die Gottheit selbst versehrt wurde. Diese brachte ihre Macht und Güte in der Weise in Einklang, daß sie das Unsrige durch seine Annahme auf eine höhere Stufe hob und das Ihrige nicht dadurch preisgab, daß sie daran Anteil gewährte. Bei dieser Geburt Christi "entsprang", gemäß der Prophezeiung Davids, "die Wahrheit aus der Erde und schaute die Gerechtigkeit vom Himmel herab". Bei dieser Geburt ging auch das Wort des Isaias in Erfüllung, der da ausruft: "Die Erde bringe uns den Heiland und lasse ihn hervorsprießen, und Gerechtigkeit entspringe zugleich!". Brachte doch die Erde des menschliches Fleisches, die in dem ersten Übertreter verflucht worden war,nur damals als die selige Jungfrau gebar, einen gesegneten, von der Stammessünde freien Sproß hervor. Einem jeden wird solch geistige Geburt zuteil, wenn er wiedergeboren wird. Und für jeden Menschen, der die Wiedergeburt erlangt, ist das Wasser der Taufe gleich jenem jungfräulichen Schoße, da derselbe Heilige Geist, der die Jungfrau befruchtete, auch den Taufquell wirksam mache, so daß die Sünde, welche dort durch heilige Empfängnis ferngehalten wurde, hier durch mystische Reinigung getilgt wird."
Quellen:
Bibliothek der Kirchenväter, Leo I.
Sermo XXIII. 3. Predigt auf Weihnachten. http://www.unifr.ch/bkv/kapitel319-4.htm-Geburt££Christi
Sermo XXIV. 4. Predigt auf Weihnachten.http://www.unifr.ch/bkv/kapitel320-2.htm-Geburt££Christi

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...