Freitag, 30. Dezember 2011

Der geistliche Kampf

Heute möchte ich eines meiner liebsten Bücher vorstellen:

"Der geistliche Kampf" von Lorenzo Scupoli.

Zunächst einmal zum Autor:

Lorenzo Scupoli wurde 1530 als Francesco Scupoli bei Neapel geboren. Erst mit 40 Jahren trat er nach einer Begegnung mit dem später heiliggesprochenen Andreas Avellino in den Theatinerorden ein. Dort wurde er zum Priester geweiht und wirkte einige Jahre segensreich in Nord- und Mittelitalien. Doch nachdem schwere und vermutlich unzutreffende Anschuldigungen gegen ihn erhoben wurden, beschloss die Ordensleitung, ihn in den Laienstand zurückzuversetzen. Für die nächsten 25 Jahre lebte und diente der Laienbruder Lorenzo in verschiedenen Ordensniederlassungen.

Der geistliche Kampf ist wesentlich in der schlimmsten Phase seines Lebens entstanden, in der Zeit seiner Laisierung. Ursprünglich richtete sich das Werk nicht an ein Publikum, sondern sind Aufzeichnungen des Autors an sich selber. Gerade aus diesem Umstand entsteht der zutiefst persönliche und offene Charakter des Buches, das nichts beschönigt oder umschreibt, sondern die Probleme klar und präzise auf den Punkt bringt.

Doch sollt ihr euch nicht nur auf meine Meinung stützen. Auch viele prominente Personen der Kirche haben sich ausgesprochen positiv zu Scupolis Werk geäußert, das im Laufe der Zeit 500 Auflagen in duzenden Sprachen erfahren hat. Der prominteste unter ihnen ist der Hl. Franz von Sales: "Lesen sie immer wieder den Geistlichen Kampf; das soll ihr Lieblingsbuch sein, es ist klar und ganz durchführbar."

Einen Standpunkt, dem ich mich nur anschließen kann. Nun werden viele von euch vielleicht auf die Nachfolge Christi von Thomas von Kempen verweisen, das sogar noch beliebter ist und auch heute noch bekannter ist. Ich selbst finde Scupolis Werk zumindest für den Einstieg jedoch besser und auch geeigneter für die Askesis, der Übung in den geistlichen Dingen. Kempens Werk hingegen enthält viele Perlen, doch eignet es sich zumindest aus meiner Sicht eher für Fortgeschrittene und als Nachschlagewerk für bestimmte Fragen. Gerade seine Sakramentenlehre im letzten Teil ist hier zu nennen, die bei Scupoli in dieser Form fehlt. Wer also schon Kempen hat, der wird trotzdem viel Gutes in verdichteter Weise bei Scupoli finden. Ein ideales Buch, um es wie der Hl. Franz stets mit sich zu führen.  

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