Dienstag, 20. Dezember 2011

Altes vom Alten - Küng: Ich bin toll und ihr nicht!

Hans Küng meldet sich zu Wort und erklärt, wie die Kirche aus der Krise geführt werden kann.
Echt jetzt! Wie toll, da müssen wir unbedingt hinhören! Dieser spritzige, moderne, jungendliche Kerl mit seinen neuen und aufregenden Ideen, der hat doch sicher was zu sagen, was die Kirche retten wird!

So könnte man reagieren. Wäre Hans Küng nicht über 80 und würde seit 45 Jahren im Wesentlichen das gleiche erzählen: Weniger Zölibat und Regeln für das Volk, dafür mehr Priesterinnen und Sex. Außerdem Leib Christi umsonst und für alle.

Doch zunächst mal von Anfang an. Zunächst schmollt Professor Küng, dass Kollege Ratzinger die Kirche nicht so führt, wie ihm das in den Kram passt. Dann kommt der Höhepunkt des ganzen Interviews, indem er Benedikt XVI. zumindest menschliche Höflichkeit zugesteht, dass er ihm wegen seinem neuen Buch nicht einen Arschtritt verpasst hat. Man bleibt halt Gentlemen.

Dann geht's munter in altbekannter Weise weiter. Zunächst erklärt Küng, dass ja jeder Katholik mit Verstand auf seiner Seite und Johannes Paul II. eine erzreaktionäre Socke gewesen wäre, der wider den Geist des Konzils regiert habe. Als Folge davon sind die Kirchen jetzt leer und die Priester entweder verkappte Schwule, heimlich verheiratet oder vertuschte Kinderschänder. Oder so ähnlich.

Dann fängt er an mit dem Geschichtsbuch zu wedeln. Wie er dabei darauf kommt, Johannes XXIII. sei der liberalste und beste Papst des Jahrhunderts, weil er eine neue Kirche gegründet habe bzw. eine neue Kirche hat lebendig werden lassen, versteh ich jetzt persönlich nicht. Sicherlich, Johannes XIII. war ein jovialer Kerl. Aber so viel liberaler als Pius XII. war er auch wieder nicht, was man daran sehen kann, das er nicht nur dessen Mitarbeiterstab übernommen hat, sondern seinen Vorgänger auch dauernd zitiert. Er sagt auch was davon, dass wir wieder eine katholische Kirche brauchen, wie es sie mal gab und wie sie besser war. Ob er jetzt die neue Kirche Johannes XXIII. meint, die irgendwann mal wieder aufgehört hat zu sein oder die Kirche von vor 1000 Jahren, in der die Könige die Bischöfe eingesetzt haben und die Gutsherren ihre jüngeren Brüder zu unqualifzierten Pfarrern - als segensreicher Einfluss der Laien bezeichnet - geht aus seinen Überlegungen nicht genau hervor. Aber natürlich stimmt es, dass es ein schreckliches Ereignis war, als die Bischöfe von Rom mit der Bibel - Matthäus uns so - anfingen, auf einmal Regeln bei der Berufung von Geistlichen einzufordern und die Kleriker zu mehr Disziplin zu ermahnen.

Dann schiebt er zwischendurch ein, dass Benedikt und Putin im Grunde das gleiche machen: Beides sind Tyrannen, die die demokratischen Bewegungen unterdrücken und von verbohrten Betonköpfen umgeben sind. Allerdings kann Küng das auch positiv meinen, denn früher sei die katholische Kirche wie die Sowjetunion gewesen und Pius XII. wäre dann sowas wie Stalin.

Und weil er sich grade so schön warmgelaufen hat, erklärt er Meisner zur Außenstelle des Leibhaftigen, vulgo Rom, und die neuen Bischöfe wie Tebartz-van Elst und Wölki zu seinen finsteren Palladinen.

Es folgt das obligatorische Eigenlob - ich erklär euch wie man es machen muss - und Streicheleinheiten für seine Schüler - Schüller und Co. Er endet damit, dass er dem Episkopat kollektive Feigheit unterstellt - er ist natürlich der Held - und hofft, es noch erleben zu dürfen, wie ein neues Konzil freier Bischöfe den Petersdom abträgt und durch eine Gemischtsauna mit integriertem Mahltisch ersetzt.

In diesem Sinne vielen Dank Professor Küng.

Interview zu lesen in: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,801075,00.html

Kommentare :

  1. Der Mann scheint ein ganz grossartiger Selbstbeweihräucherer zu sein ...

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