Montag, 19. Dezember 2011

Adventsgedanken der Letzte - Jesus entgegen ziehen

Meine Lieben,

weil Weihnachten schon bald vor der Tür steht, wir alle furchtbar im Stress sind und ich auch nicht so ganz auf der Höhe bin, will ich mich heute kurz fassen, was wohl allen entgegen kommt.
Wir steigen daher gleich ein mit der Betrachtung der Heiligen Drei Könige, oder, wie es im Original steht, den drei Sterndeutern oder Magiern. Denn wenngleich deren Tag erst am Ende der Weihnachtszeit zu lokalisieren ist, am 6. Dezember, so wollen wir, die Weihnachtszeit vorgreifend und sie überblickend, uns ihnen doch schon heute widmen. Denn in diesen Personen lässt die die Essenz von Weihnachten fassen. Denn was macht die drei Sterndeuter aus:
1. Erkenntnisse zu gewinnen, Zeichen zu deuten
2. die gewonnen Überzeugungen umzusetzen
3. an der Umsetzung zu wachsen.
Das war jetzt sehr theoretisch, weshalb wir diese drei Punkte konkret auf die Weihnachtsgeschichte anwenden wollen:

1. Sie erkannten, das der Stern von Betlehem das Christusereignis ankündigt, das im Westen der neue König der Juden, ja der neue König der Welt, der Messias geboren würde. Diese Erkenntnis stützt sich auf zwei Säulen: 1. auf die ihnen zur Verfügung stehenden Quellen, vor allem in Gestalt ihrer Sternkarten und der menschlichen Überlieferungen, also weltliches Wissen. 2. aber auch auf eine Kenntnis, die weder sie noch ihre Vorgänger schaffen konnten und die göttlichen Ursprunges ist. Wir können mit einer gewissen Berechtigung davon ausgehen, dass die drei Sterndeuter von der göttlichen Gnade zum richtigen Verständnis der Himmelszeichen bewegt wurden. Dabei ersetzte der eine Punkt den anderen nicht, sondern sie flossen ineinander zusammen, sie ergänzten sich gegenseitig, das menschliche Wissen der Sterndeuter wurde durch die göttliche Gnade vollendet. Damit stellt dieser Erkenntnisprozess einen Prototyp für uns dar, die wir uns nicht nur auf unser irdisches Wissen verlassen dürfen, aber auch nicht nur darauf, was wir meinen, was von Gott kommen würde. Das eine bedarf des anderen.

2. Nachdem sie also aus den Sternen gelesen hatten, dass der neue König der Juden irgendwo im Westen geboren werden würde, packten sie ihre Sachen und folgten dem Stern. Die Bibel bemerkt ganz lapidar "es kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem" (Mt 2,1) Das war natürlich alles etwas umständlicher. Gehen wir mal davon aus, dass die Herren aus Mesopotamien kamen, wo es damals die besten Sterndeuter gab und wahrscheinlich aus Südmesopotamien, da dort 1. die Bevölkerungsdichte höher war als im Norden und 2. zahlreiche jüdische Gemeinden bestanden, von denen die Sterndeuter weitere Informationen bezogen. Dann ist das eine ganz schöne Strecke, die die Herren da bis Jerusalem auf sich genommen haben auf den Verdacht hin, dass dort im Osten der neue König geboren würde. Zumal sie ja noch nicht wussten, wo genau der Stern sie hinführen würde. Deshalb fragten sie in Jerusalem nach, da sie meinten, hier müsse man es doch wissen. Dort schickte man sie nach Betlehem, was mehr oder weniger vor der Haustür lag und was sich auch bestätigte, da der Stern sie genau an eine Stelle, an einen Stall oder besser eine Höhle hinwies. Die Sterndeuter wagten sich also ins Unbekannte, sie entschlossen sich, dem König der Juden, dem Messias, entgegenzuziehen und dabei keine Mühe zu scheuen. Und das, wir betonen es, nur auf einen Verdacht oder eine Vermutung hin und obwohl es nicht mal unmittelbar ihr eigener König war. Hier haben sie sich wahrhaftig durch den Glauben bewegen lassen.

3. Das müssen wir uns mal vorstellen. Da kommt man aus dem Süden Mesopotamiens, mit Kamelkarawanen, durch die Wüste, durch Syrien und den Norden Israels, werden in Jersualem weitergeleitet und landen schließlich in diesem Nest von Betlehem in einer Höhle. Und dort sehen sie neben Eseln, Ziegen und anderem Getier 2 1/2 Menschen, Mutter, Vater, Kind, untere Mittelschicht. Da vergehts einem schon. Das hätte ich mir schon irgendwie anderes vorgestellt: Mehr Weihrauch, mehr Gold, mehr Myrre. Vllt. noch ein bisschen Marmor und Sklaven. Und was machen dir drei: "da vielen sie nieder und huldigten ihm." (Mt 2,11) Das ist die Einheitsübersetzung, die ich persönlich da ein wenig schwach finde. In der Vulgata steht hier stärker adoraverunt, sie beteten an. Diese weisen Männer warfen sich also vor einem Kind, das in keinster Weise ein Königkriterium erfüllte, vor die Füsschen und beteten es an. Es zeugt von einem tiefen Glauben an die Richtigkeit dessen, was sie als Verheißung erfahren haben. Es zeugt aber auch von einem Willen, über unvorhergesehenes Hinaus diesen Glauben zu bewahren. Denn die Beschwernisse ihrer Reise dürften ihnen klar gewesen sein, sie waren für sie vorhersehbar. Das Kind im Stall aber war es nicht. Das sprengte ihre Erwartungen. Das sie sich aber daran nicht irre machen ließen, dass sie auf die Gnade Gottes vertrauten, dass dieses Kind wirklich der König der Juden, der Messias ist, zeichnet die drei im besonderen aus.

Wie auch unsere vorhergenannten Helden sind auch die drei Sterndeuter folgsame Menschen. Folgsam nicht im negativen, sondern im positiven Sinne. Sie folgen dem Wort Gottes, sind ihm gegenüber Gehorsam. Damit verweisen uns die drei Sterndeuter auf uns selber:
1. die Offenbarung Gottes hören
2. der Offenbarung Gottes folgen
3. Das offenbarte Wort Gottes in Jesus Christus anzuerkennen und anzubeten.
Und Christus nicht nur als Teil des göttlichen Prinzips, als Abstraktum, als Jesuskind in der Grippe. Als ganz reale Gestalt, nicht nur damals für die Sterndeuter, sondern auch für mich heute. Auch für mich heute ist dieses Kind in der Krippe anbetungswürdig. Zu diesem Kind ist nichts, wo man halt mal hin geht, wo man halt mal vorbeischaut. Das Jesuskind ist etwas, dem man entgegenzieht, wo man hin pilgert, wo man sich auch mal hinquält, das kann auch mal mühevoll sein.

Aber aus dieser Bewegung hin auf Jesus und der Anbetung entsteht das wahrhaft große von Weihnachten für mich. Wer nicht bereit ist, Jesus zu erkennen, wer nicht bereit ist, Jesus entgegenzuziehen, wer nicht bereit ist anzubeten, für den hat Weihnachten nur doch die Bedeutung eines Geschenkestapels unter dem Baum.
Sehen wir aber Christus in der Welt, ziehen wir ihm aber entgegen, beten wir ihn aber an, dann wird Weihnachten wieder für uns wie vor 2000 Jahren, wie für die drei Sterndeuter: Die wirkliche Geburt unseres wirklichen Königs Jesus Christus.

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